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Runen
Erklärung & Herkunft

„Ich weiß, daß ich hing
am windigem Baum
neun Nächte lang,
mit dem Ger verwundet,
geweiht dem Odin,
ich selbst mir selbst,
an jenem Baum,
da jedem fremd,
aus welcher Wurzel er wächst.

Sie spendeten mir
nicht speise noch Trank;
nieder neigt ich mich,
nahm sie rufend auf;
nieder dann neigt ich mich.” (Edda, Runenlehren 25 B 1-2)



Inhalt dieser Seite:
  1. Was bedeutet das Wort Rune?
  2. Das alte Futhark (24er Reihe)
  3. Die Geschichte der Runen
  4. Das jüngere Futhark (16er Reihe)
  5. Runen heute
  6. Runen - Kunst

 

Was bedeutet das Wort Rune?

Altenglisch: runian (»flüstern«) leodrunan (»Liedrunen«)
Althochdeutsch: rune (»Geheimnis«, »Mysterium«)
Modernes Deutsch: raunen (»Geheimnisse flüstern«)
Altirisch: run (»Geheimnis«)
Altnordisch: runar (»Mysterien«)
Mittelwalisisch: rhin (»magischer Zauber«)
Finnisch: runo (»Lied«, »Gesang«, »Beschwörung«)

Runen sind germanische Schriftzeichen, ursprünglich in Holz, später auch in Stein und Elfenbein geritzt. Die Runen wurden fast nur für Inschriften benutzt, erst später wurden damit auch Handschriften gefertigt. Das gemeingermanische Runenalphabet, nach den ersten Buchstaben „Futhark” genannt umfaßt 24 Schriftzeichen.

Das Befragen von Holzstäbchen mit eingeritzten geometrischen Mustern kommt auch bei anderen Völkern vor. So befragten die Römer die Göttin Fortuna nach ihrem Schicksal und zogen zu diesem Zwecke Lose, die ebenso beschaffen waren und von Priestern gedeutet wurden.

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Das alte Futhark (24er Reihe)

Um mehr über die einzelnen Runen und ihre Bedeutung zu erfahren einfach auf die entsprechende Rune klicken.



FEHU


URUZ


TURISAZ


ANSUZ


RAIDHO


KENAZ


GEBO


WUNJO

Freys Aett


HAGALAZ


NAUDHIZ


ISA


JERA


EIHWAZ


PERTHRO


ALGIZ


SOWILO

Odins Aett


TIWAZ


BERKANA


EHWAZ


MANNAZ


LAGUZ


INGWAZ


DAGAZ


OTHALA
Tyrs Aett


ODIN

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Die Geschichte der Runen

Vermutlich gehen die Runen auf Muster südeuropäisch-nordalpiner Alphabete zurück. Als Entstehungszeit werden die Jahrhunderte v. u. Z. angenommen.

Bis zum 5. Jahrhundert hat sich eine weitgehend einheitliche Runenschrift entwickelt, die aus 24 Runen besteht und als Älteres Futhark (benannt nach den ersten 6 Lauten) bekannt ist. Im Volk überlebte es bis ins späte Mittelalter. Oben sind diese Runen ausführlich beschrieben.

Parallel dazu entwickelte sich etwa ab dem 8. Jahrhundert eine Runenschrift, die nur aus 16 Runen bestand und die wir das Jüngere Futhark nennen. Warum es zu einer Verkürzung kam, konnte bis heute nicht begründet werden. Manche Runenforscher vermuten, daß es sich hierbei um einen Verstümmelungsversuch gehandelt haben könnte, der im Zuge der Christianisierung die alten Quellen entstellen wollte.

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Das jüngere Futhark (16er Reihe)

Hier sind die Runen des Jüngeren Futhark:





Durch friesischen und englischen Einfluss kommt es zu einer Erweiterung auf 28 Schriftzeichen, das Angelsächsische Futhork. In Skandinavien hingegen wurde es auf 16 Zeichen vereinfacht, die Skandinavische Runenschrift. Diese zwei überdauerten die Christianisierung und war bis ins 10. Jahrhundert gebräuchlich.

Das Armanen-Futhark mit seinen 18 Runen ist eine künstliche Erfindung des Guido von List. Da der um 1920 lebende List sich unbedingt das Runenlied Odins mit seinen 18 Strophen erklären wollte, schuf er ein entfremdetes Futhark und begründete darauf seine esoterischen Anschauungen.

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Runen heute

Für die magische Arbeit ist es nicht von grossem Interesse, woher die Runen kommen - sie sind da und das laut der nordischen Göttergeschichte bereits vor Anbruch der Menschenwelt. Von grosser Bedeutung jedoch ist die Feststellung, dass es sich bei den Runen um Zeichen handelt, die aus einer magisch-bildlichen Tradition heraus entstanden und nicht aus einer sprachlichen.

In den Runen ist eine starke Kraft, die auf der Gefühlsebene wirkt enthalten, welche auch bei Menschen, die keinerlei Ahnung von Runen haben, ihre Wirkung zeigt. Selbst die Kirche hat sich der Runenkraft bedient, indem sie aus Wunjo und Gebo eine Binderune schuf - heute bekannt als Zeichen des PAX CHRISTI.

Die Runen als Sinnbilder ermöglichen einen grossen Raum für Deutungen und fördern damit die Phantasie der Betrachter, öffnen den Zugang zur anderen Welt. Runen lassen sich nicht festlegen. Alle Auslegungen stimmen auf ihre Art und Weise - zumindest für den Menschen, der sie er- und gefunden hat.

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Runen - Kunst

Die ältesten bekannten Runendenkmäler stammen aus der zweiten Hälfte des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts (Spange von Himlingøe bei Kopenhagen, Speerspitze von Øvre Stabu). Etwa aus dem Jahr 200 stammt das Goldene Horn von Gallehus. Seit dem Ausgang des vierten Jahrhunderts begann man in Skandinavien damit, Runen auch in Stein zu hauen. Deutsche Runeninschriften finden sich vom fünften bis siebten Jahrhunderts nur auf losen Gegenständen.

Zwischen 900 und 1025 erreichte die Runenkunst in Dänemark, später in Schweden einen Höhepunkt. Bekannt sind mehr als 2000 Denkmäler. In diese sind die Runen meist in ein kunstvolles Schlangenornament eingehauen.

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